Salzburg & Innviertel · Kanzleisitz Mattighofen

    Rechtsanwalt für Anlegerrecht & Kapitalmarktrecht

    Für Mandanten aus Salzburg und Umgebung

    Für die Prüfung eines Anlageverlusts benötige ich den Prospekt und die Unterlagen zu Ihrer Zeichnung. Auch Beratungsprotokolle und Angaben zu Ihrem Risikoprofil können wichtig sein. Wir klären, ob eine Pflichtverletzung vorliegt, wer dafür haftet und ob sich ein Anspruch wirtschaftlich durchsetzen lässt.

    Kurz erklärt: Anleger- & Kapitalmarktrecht

    Ein Anlageverlust allein begründet keinen Ersatzanspruch. Bei fehlerhaften Prospektangaben sind insbesondere Haftungsvoraussetzungen und Kausalität nach § 22 KMG 2019 zu prüfen. Eine Rückabwicklung kann in Betracht kommen; die Ausschlussfrist läuft grundsätzlich zehn Jahre nach Beendigung des prospektpflichtigen Angebots ab und nicht erst ab Kenntnis des Schadens.

    Meine Leistungen im Überblick

    • Ansprüche wegen fehlerhafter oder fehlender Prospektangaben
    • Prospekthaftung nach dem KMG 2019
    • Rückabwicklung von Beteiligungen und Anleihen
    • Krypto-Veranlagungen, Token und MiCA-Fragen
    • Anlagebetrug: Anzeige, Privatbeteiligung, Insolvenzanmeldung

    Bei öffentlichen Angeboten ist zunächst zwischen Wertpapieren und Veranlagungen zu unterscheiden. Für Wertpapiere sind die EU-Prospektverordnung und das ergänzende KMG 2019 maßgeblich; für Veranlagungen gelten die nationalen Prospektvorschriften des KMG 2019. Eine Prospektbilligung durch die Behörde ist von der Prospektkontrolle zu unterscheiden. Welche Ausnahme oder Informationspflicht gilt, muss anhand des konkreten Angebots geprüft werden.

    Bei öffentlichen Angeboten kann die Prospekthaftung nach dem KMG 2019 greifen, wenn der Prospekt unrichtige oder unvollständige Angaben enthält und die Anlageentscheidung darauf beruht. Der Schaden wird regelmäßig als Vertrauensschaden berechnet: Der Anleger ist so zu stellen, wie er ohne die fehlerhafte Information stünde – häufig also Rückabwicklung gegen Herausgabe des Papiers.

    Bei Veranlagungen in Krypto-Werte stellen sich zusätzlich Fragen der Zulassung des Anbieters, der Informationspflichten nach der MiCA-Verordnung und der Erreichbarkeit ausländischer Gesellschaften. Steht der Verdacht eines Anlagebetrugs nach § 146 StGB im Raum, sind strafrechtliche Anzeige, Privatbeteiligtenanschluss und – bei Insolvenz des Anbieters – die fristgerechte Forderungsanmeldung zu koordinieren.

    Prospektpflicht und Haftung nach dem KMG 2019

    Wertpapiere und Veranlagungen unterliegen nicht demselben Prospektregime. Bei Wertpapieren ist insbesondere die EU-Prospektverordnung samt ergänzendem KMG 2019 maßgeblich; eine Billigung erfolgt durch die zuständige Behörde. Für Veranlagungsprospekte gelten die Vorschriften des KMG 2019 einschließlich der vorgesehenen Prospektkontrolle. Ausnahmen und ein allfälliges Informationsblatt, insbesondere nach dem AltFG, sind anhand der Angebotsart und des Volumens zu prüfen. Ein fehlender Prospekt bedeutet nicht automatisch einen ersatzfähigen Schaden.

    Die Prospekthaftung des KMG 2019 trifft nicht nur den Emittenten: In Betracht kommen je nach Sachverhalt auch der Anbieter, der Prospektkontrollor sowie Personen, die den Prospekt in ihrem Interesse veranlasst haben. Der Anspruch setzt voraus, dass der Prospekt unrichtige oder unvollständige Angaben zu wesentlichen Punkten enthält und die Zeichnung im Vertrauen darauf erfolgt ist. Für die Beweisführung sind Zeichnungsschein, Prospektfassung samt Nachträgen, Werbeunterlagen und der zeitliche Ablauf der Zeichnung entscheidend.

    Typische Prospektmängel und Rückabwicklung

    Ein Prospekt kann fehlerhaft sein, wenn er beschönigte Ertragsprognosen ohne Grundlage enthält. Weitere mögliche Mängel sind verschwiegene Verflechtungen zwischen Emittent, Vertrieb und Mittelverwender, unklare Verwendung der Emissionserlöse, kleingedruckte Nachrangabreden sowie das Fehlen konkreter Risikohinweise zu Totalverlust und fehlender Handelbarkeit. Ein Prospekt, der Risiken nur allgemein aufzählt, während das Geschäftsmodell an einer einzigen Annahme hängt, muss auch anhand dieser Abhängigkeit beurteilt werden.

    Bei einer nachgewiesenen haftungsbegründenden Prospektpflichtverletzung ist der kausal verursachte Vertrauensschaden zu prüfen. Eine Rückabwicklung kann in Betracht kommen; Rückflüsse und eine etwaige Alternativveranlagung können für die Berechnung bedeutsam sein. § 22 Abs. 7 KMG 2019 verlangt die gerichtliche Geltendmachung binnen zehn Jahren nach Beendigung des prospektpflichtigen Angebots. Diese Ausschlussfrist läuft unabhängig von der Kenntnis des Anlegers. Eine andere rechtliche Bezeichnung des Anspruchs verlängert die Frist nicht automatisch; die Abgrenzung zu § 1489 ABGB ist anhand des geltend gemachten Anspruchs zu prüfen. Für andere, eigenständige Anspruchsgrundlagen sind die jeweiligen Fristen getrennt zu prüfen.

    Krypto-Werte und Online-Handelsplattformen

    Für Krypto-Werte gilt seit Geltungsbeginn der MiCA-Verordnung ein eigener europäischer Rahmen mit Zulassungs- und Informationspflichten für Anbieter und Dienstleister. Ob ein Anbieter zugelassen ist, lässt sich über die Register der Aufsichtsbehörden nachvollziehen; die FMA veröffentlicht zudem Investorenwarnungen zu auffälligen Plattformen.

    Bei Plattformen mit Sitz außerhalb der EU kann die Durchsetzung eines Anspruchs besonders schwierig sein. Zu prüfen sind Zahlungswege, beteiligte Zahlungsdienstleister und inländische Vermittler, weil sich daraus zusätzliche Anspruchsgegner ergeben können.

    Anlagebetrug: Strafverfahren, Insolvenz, Sicherung

    Bei Verdacht auf Betrug nach § 146 StGB oder auf ein Pyramidenspiel nach § 168a StGB ist die Anzeige mit dem Privatbeteiligtenanschluss zu verbinden, um Ansprüche bereits im Strafverfahren geltend zu machen und Akteneinsicht zu erhalten. Parallel ist zu klären, ob eine Sicherstellung von Vermögenswerten erwirkt werden kann.

    Bei einer Insolvenz sind Forderungen rechtzeitig nach den Verfahrensvorgaben anzumelden. Eine verspätete Anmeldung kann zusätzliche Kosten und Nachteile auslösen, ist aber nicht in jedem Fall ausgeschlossen. Ansprüche gegen weitere Beteiligte setzen jeweils eine eigene Haftungsgrundlage voraus; die bloße Beteiligung an Vertrieb oder Zahlungsabwicklung genügt dafür nicht. Auch die wirtschaftliche Durchsetzbarkeit ist vor weiteren Schritten zu beurteilen.

    Anlegerrecht in Österreich: Pflichten, Ansprüche, Fristen

    Anleger- & Kapitalmarktrecht: Fristen, Rechtsgrundlagen und Zuständigkeiten in Österreich
    ThemaRechtslage in Österreich
    ProspektpflichtWertpapiere: EU-Prospektverordnung und KMG 2019; Veranlagungen: nationales Prospektregime, Ausnahmen gesondert prüfen
    Haftende PersonenKMG 2019 – Emittent, Anbieter, Prospektkontrollor und weitere im Gesetz genannte Beteiligte
    Schadensberechnungregelmäßig Vertrauensschaden: Stellung wie ohne die fehlerhafte Information
    Ausschlussfrist Prospekthaftung§ 22 Abs. 7 KMG 2019 – gerichtliche Geltendmachung binnen 10 Jahren nach Angebotsende; für eigenständige andere Ansprüche eigene Fristen
    Krypto-WerteMiCA-Verordnung – Zulassungs- und Informationspflichten für Anbieter und Dienstleister
    Anlagebetrug§ 146 StGB, § 168a StGB – Anzeige verbunden mit Privatbeteiligtenanschluss
    Insolvenz des AnbietersAnmeldefristen einhalten; verspätete Anmeldung kann zulässig bleiben, aber Kosten und Nachteile auslösen

    Diese Angaben erläutern das österreichische Recht allgemein. Sie ersetzen keine Beratung zu Ihrem konkreten Fall.

    Rechtsgrundlagen und Rechtsprechung

    Die Ausführungen zu Anleger- & Kapitalmarktrecht beziehen sich auf die folgenden Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen. Die verlinkten Fundstellen können Sie im Volltext nachlesen. Für Ihren Fall müssen die jeweiligen Voraussetzungen geprüft werden.

    Beim Anlegerschaden ist ein Feststellungsbegehren nur zulässig, wenn die Rückabwicklung Zug um Zug gegen Übertragung der Papiere untunlich ist.
    OGH 8 Ob 66/14k vom 23.07.2014

    Gesetzestexte im Volltext

    Quelle: Rechtsinformationssystem des Bundes, ris.bka.gv.at. Judikatur und Gesetzesstand ändern sich; für die inhaltliche Richtigkeit fremder Seiten wird keine Haftung übernommen.

    Anleger- & Kapitalmarktrecht in Salzburg, im Flachgau und im Innviertel

    Anleger aus der Stadt Salzburg, dem Flachgau und Tennengau sowie aus Mattighofen, Braunau am Inn und Ried im Innkreis vertrete ich gegenüber Banken, Vermittlern und Emittenten. Je nach Streitwert und Gerichtsstand wird das Verfahren vor dem Landesgericht Salzburg oder dem Landesgericht Ried im Innkreis geführt.

    Zum Einzugsgebiet der Kanzlei siehe die Übersicht des Einzugsgebiets.

    Beratung und Vertretung in der Region

    Die folgenden Ortsseiten ergänzen das Rechtsgebiet um regionale Hinweise. Der Kanzleisitz bleibt Mattighofen; die zuständige Stelle richtet sich nach den gesetzlichen Voraussetzungen des jeweiligen Verfahrens.

    Weiterführende Themen

    Einen Überblick über sämtliche Tätigkeitsbereiche der Kanzlei finden Sie unter Rechtsgebiete im Überblick.

    Häufige Fragen

    Ab welcher Schadenshöhe ist ein Vorgehen sinnvoll?+
    Das hängt weniger vom Betrag als von der Beweislage und der Bonität des Anspruchsgegners ab. Bei dokumentierter Fehlberatung kann sich ein Vorgehen auch bei mittleren Beträgen rechnen, bei zahlungsunfähigen Anbietern hingegen selbst bei hohen Summen nicht. Diese Einschätzung erfolgt vor Verfahrenseinleitung.
    Wie lange habe ich Zeit für eine Klage?+
    Für Ansprüche nach dem KMG 2019 gilt nach § 22 Abs. 7 grundsätzlich eine Ausschlussfrist von zehn Jahren nach Beendigung des prospektpflichtigen Angebots, unabhängig von der Kenntnis des Anlegers. Eine andere Bezeichnung des Anspruchs verlängert die Frist nicht automatisch. Bei anderen Anspruchsgrundlagen können andere Fristen gelten. Für ältere Angebote muss außerdem die damals geltende Gesetzesfassung herangezogen werden.
    Bekomme ich Verluste aus Krypto-Investments ersetzt?+
    Ein Ersatz kommt in Betracht, wenn der Verlust auf Betrug, unvollständige Information oder eine unzulässige Empfehlung zurückgeht. Reine Kursverluste ohne Pflichtverletzung sind nicht ersatzfähig. Zu prüfen sind auch Sitz und Zulassung des Anbieters, weil davon die Durchsetzbarkeit abhängt.
    Welche Unterlagen soll ich zum Erstgespräch mitbringen?+
    Zweckmäßig sind Zeichnungsschein, Prospekt samt Nachträgen, Informationsblatt, Werbe- und Vertriebsunterlagen sowie sämtliche Depot- und Kontoauszüge zu den Zahlungsflüssen. Hilfreich ist zudem die Korrespondenz mit Berater oder Vermittler. Anhand dieser Unterlagen kann geprüft werden, ob vorgeschriebene Informationen fehlten oder unrichtig waren.
    Kann ich gegen einen ausländischen Broker vorgehen?+
    Für Verbraucher besteht häufig ein Gerichtsstand am eigenen Wohnsitz, die Durchsetzung außerhalb der EU bleibt jedoch aufwendig. Zu prüfen sind daher inländische Vermittler, Zahlungsdienstleister und beteiligte Konten. Vor Verfahrenseinleitung kläre ich, ob eine Vollstreckung realistisch ist.
    Wie erkenne ich einen unseriösen Anbieter vor der Zeichnung?+
    Anhaltspunkte sind fehlende Konzession, Druck zur raschen Entscheidung, in Aussicht gestellte Renditen ohne Risikohinweis und erschwerte Auszahlungen. Die FMA führt öffentlich zugängliche Register und veröffentlicht Investorenwarnungen. Zweifel an einem Anbieter sollten vor der Zeichnung geklärt werden. Eine spätere Rückabwicklung kann schwierig sein.

    Persönlicher Kontakt

    Anfrage an die Kanzlei

    Je früher Ihre Unterlagen bei uns sind, desto mehr Wege bleiben offen. Viele Ansprüche sind an kurze Fristen gebunden. Schildern Sie deshalb kurz, worum es geht; bei einer laufenden Frist nennen Sie bitte auch das Zustellungsdatum. Umfang und Kosten einer Beratung werden mit Ihnen besprochen.

    Die Kontaktaufnahme allein begründet noch kein Mandat und wahrt keine Frist.

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