Salzburg & Innviertel · Kanzleisitz Mattighofen

    Rechtsanwalt für Verwaltungsstrafrecht

    Für Mandanten aus Salzburg und Umgebung

    Welche Möglichkeiten Sie gegen eine behördliche Strafe haben, hängt davon ab, welches Schreiben Ihnen zugestellt wurde. Für eine Strafverfügung gelten andere Regeln als für ein Straferkenntnis. Ich prüfe das Schreiben samt Zustellnachweis und bespreche mit Ihnen, welches Rechtsmittel möglich und sinnvoll ist.

    Kurz erklärt: Verwaltungsstrafrecht

    Gegen eine Strafverfügung beträgt die Einspruchsfrist nach § 49 VStG grundsätzlich zwei Wochen ab Zustellung. Ein rechtzeitiger Einspruch gegen die gesamte Strafverfügung setzt sie außer Kraft; bei Beschränkung auf Strafhöhe oder Kosten bleibt der Schuldspruch bestehen. Gegen ein Straferkenntnis ist grundsätzlich binnen vier Wochen Beschwerde beim zuständigen Verwaltungsgericht möglich.

    Meine Leistungen im Überblick

    • Einspruch gegen Strafverfügungen nach § 49 VStG
    • Beschwerde an das zuständige Landesverwaltungsgericht
    • Geschwindigkeits-, Alkohol- und Abstellungsdelikte nach der StVO
    • Lenkerauskunft nach § 103 Abs 2 KFG
    • Gewerbe-, Bau- und sonstige Verwaltungsübertretungen

    Eine Anonymverfügung wird bei nicht rechtzeitiger Zahlung gegenstandslos; die Behörde ermittelt dann den Verantwortlichen. Gegen eine Strafverfügung ist nach § 49 VStG binnen zwei Wochen ab Zustellung Einspruch möglich. Wird rechtzeitig die gesamte Strafverfügung bekämpft, tritt sie außer Kraft; ein nur gegen Strafhöhe oder Kosten gerichteter Einspruch lässt den Schuldspruch bestehen.

    Gegen ein Straferkenntnis steht die Beschwerde an das Landesverwaltungsgericht binnen vier Wochen ab Zustellung offen. Vor dem Verwaltungsgericht bestehen das Recht auf eine mündliche Verhandlung und volle Kognition in Sach- und Rechtsfragen; ein Verschlechterungsverbot hinsichtlich der Strafhöhe ist in § 42 VwGVG vorgesehen.

    Angriffspunkte ergeben sich häufig bei der Tatumschreibung nach § 44a VStG, bei der Verfolgungsverjährung sowie bei Messungen. Prüfenswert sind Eichschein, Verwendungsbestimmungen und Aufstellung des Messgeräts. Bei der Lenkerauskunft nach § 103 Abs 2 KFG kommt es auf den Wortlaut der Anfrage und die Einhaltung der Zweiwochenfrist an.

    Anonymverfügung, Strafverfügung, Straferkenntnis

    Eine Anonymverfügung wird keiner bestimmten Person als Beschuldigtem zugerechnet. Gegen sie ist kein Rechtsmittel zulässig. Wird der Betrag nicht rechtzeitig bezahlt, wird sie gegenstandslos und die Behörde ermittelt den Verantwortlichen; daraus kann ein weiteres Strafverfahren folgen. Bei Verkehrsdelikten wird häufig eine Lenkerauskunft eingeholt. Eine Nichtzahlung bedeutet daher nicht, dass die Übertretung unverfolgt bleibt.

    Gegen eine Strafverfügung kann nach § 49 VStG binnen zwei Wochen ab Zustellung Einspruch erhoben werden. Ein rechtzeitiger, nicht auf Strafhöhe oder Kosten beschränkter Einspruch setzt die gesamte Strafverfügung außer Kraft und eröffnet das ordentliche Verfahren. Dieses kann auch mit einer Einstellung enden. Gegen ein Straferkenntnis beträgt die Beschwerdefrist grundsätzlich vier Wochen; zuständig ist das jeweilige Verwaltungsgericht.

    Angriffspunkte im Verfahren

    § 44a VStG verlangt eine hinreichend bestimmte Tatumschreibung. Bei einem Mangel ist zu prüfen, ob innerhalb der maßgeblichen Verfolgungsverjährungsfrist eine taugliche Verfolgungshandlung gesetzt wurde und welche Berichtigungen noch zulässig sind. Die allgemeine Frist beträgt nach § 31 VStG ein Jahr; Sondervorschriften können abweichen. Nicht jeder Formulierungsfehler führt zur Einstellung.

    Bei Geschwindigkeitsmessungen sind Eichschein, Verwendungsbestimmungen, Aufstellung und Schulung des Messorgans überprüfbar; Messtoleranzen sind abzuziehen. Bei Alkoholdelikten kommt es auf die ordnungsgemäße Durchführung von Vortest und Alkomatmessung samt Wartezeiten und Doppelmessung an.

    Lenkerauskunft nach § 103 Abs 2 KFG

    Der Zulassungsbesitzer hat auf Anfrage binnen zwei Wochen bekanntzugeben, wer das Fahrzeug gelenkt oder abgestellt hat. Die Auskunftspflicht besteht auch dann, wenn die Auskunft zur eigenen Verfolgung führen würde; die Strafdrohung für eine unrichtige oder unterlassene Auskunft übersteigt häufig jene des Grunddelikts.

    Prüfenswert bleiben Zustellung und Formulierung der Anfrage sowie die Frage, ob die Auskunft rechtzeitig und vollständig erteilt wurde. Wer den Lenker nicht kennt, muss darlegen, welche Aufzeichnungen geführt wurden.

    Verfahren vor dem Landesverwaltungsgericht

    Das Landesverwaltungsgericht Oberösterreich entscheidet in der Sache selbst und kann Beweise unmittelbar aufnehmen. Auf Antrag ist grundsätzlich eine mündliche Verhandlung durchzuführen; bei geringfügigen Geldstrafen sieht das VwGVG Ausnahmen vor.

    § 42 VwGVG enthält ein Verschlechterungsverbot: Aufgrund einer Beschwerde des Beschuldigten darf keine höhere Strafe verhängt werden. Im Fall der Bestätigung fällt allerdings ein Kostenbeitrag zum Beschwerdeverfahren an, der in die Entscheidung über das Rechtsmittel einzubeziehen ist.

    Verwaltungsstrafverfahren: Rechtsmittel und Fristen

    Verwaltungsstrafrecht: Fristen, Rechtsgrundlagen und Zuständigkeiten in Österreich
    ThemaRechtslage in Österreich
    Anonymverfügung§ 49a VStG – kein Rechtsmittel; bei Nichtzahlung gegenstandslos, anschließend Ermittlung des Verantwortlichen
    Einspruch§ 49 VStG – zwei Wochen ab Zustellung, formfrei und ohne Begründungspflicht
    BeschwerdeArt 130 B-VG, § 7 VwGVG – vier Wochen ab Zustellung des Straferkenntnisses an das LVwG
    Verfolgungsverjährung§ 31 VStG – grundsätzlich ein Jahr ab der Tat für eine taugliche Verfolgungshandlung
    Tatumschreibung§ 44a VStG – Tatort, Tatzeit und Verhalten müssen konkret bezeichnet sein
    Lenkerauskunft§ 103 Abs 2 KFG – Auskunft binnen zwei Wochen ab Zustellung der Anfrage
    Verschlechterungsverbot§ 42 VwGVG – aufgrund einer Beschwerde des Beschuldigten darf die Strafe nicht erhöht werden

    Diese Angaben erläutern das österreichische Recht allgemein. Sie ersetzen keine Beratung zu Ihrem konkreten Fall.

    Fallbeispiele aus der Praxis

    Die folgenden Beispiele zu Verwaltungsstrafrecht sind anonymisiert und verallgemeinert. Rückschlüsse auf einzelne Mandate sind daraus nicht möglich.

    Beispiel 1 – Verwaltungsstrafe

    Nach einer behördlichen Kontrolle wird gegen einen Unternehmer ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet. Entscheidend ist zunächst, welcher konkrete Sachverhalt vorgeworfen wird und ob die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Bestrafung tatsächlich erfüllt sind.

    Beispiel 2 – behördliche Entscheidung

    Eine Behörde erlässt einen Bescheid, mit dessen Inhalt der Betroffene nicht einverstanden ist. Nach Prüfung des Bescheides wird beurteilt, ob und innerhalb welcher Frist ein Rechtsmittel sinnvoll und zulässig ist.

    Beispiel 3 – Betriebsanlage

    Bei einem betrieblichen Vorhaben ergeben sich Fragen zu erforderlichen Bewilligungen und behördlichen Auflagen. Vor Umsetzung des Vorhabens werden daher die einschlägigen öffentlich-rechtlichen Anforderungen geprüft.

    Die Beispiele beschreiben Ausgangslagen. Sie enthalten keine Zusage über den Ausgang Ihres Verfahrens.

    Rechtsgrundlagen und Rechtsprechung

    Die Ausführungen zu Verwaltungsstrafrecht beziehen sich auf die folgenden Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen. Die verlinkten Fundstellen können Sie im Volltext nachlesen. Für Ihren Fall müssen die jeweiligen Voraussetzungen geprüft werden.

    Treffen mehrere Verwaltungsübertretungen zusammen, gilt nach § 22 Abs 2 VStG das Kumulationsprinzip; jede Übertretung ist grundsätzlich gesondert zu bestrafen.
    VwGH Ra 2018/02/0062 vom 02.05.2018

    Gesetzestexte im Volltext

    Quelle: Rechtsinformationssystem des Bundes, ris.bka.gv.at. Judikatur und Gesetzesstand ändern sich; für die inhaltliche Richtigkeit fremder Seiten wird keine Haftung übernommen.

    Verwaltungsstrafrecht in Salzburg, im Flachgau und im Innviertel

    Im Land Salzburg kommen je nach Materie und Tatort unter anderem Bezirkshauptmannschaften, der Magistrat oder die Landespolizeidirektion als Strafbehörden in Betracht. Im Innviertel sind unter anderem die Bezirkshauptmannschaften Braunau am Inn, Ried im Innkreis und Schärding tätig. Über Beschwerden entscheidet regelmäßig das Landesverwaltungsgericht des betreffenden Landes; einzelne Materien fallen in die Zuständigkeit anderer Verwaltungsgerichte.

    Zum Einzugsgebiet der Kanzlei siehe die Übersicht des Einzugsgebiets.

    Beratung und Vertretung in der Region

    Die folgenden Ortsseiten ergänzen das Rechtsgebiet um regionale Hinweise. Der Kanzleisitz bleibt Mattighofen; die zuständige Stelle richtet sich nach den gesetzlichen Voraussetzungen des jeweiligen Verfahrens.

    Weiterführende Themen

    Einen Überblick über sämtliche Tätigkeitsbereiche der Kanzlei finden Sie unter Rechtsgebiete im Überblick.

    Häufige Fragen

    Lohnt sich ein Einspruch gegen eine Strafverfügung?+
    Ein rechtzeitiger Einspruch gegen die gesamte Strafverfügung eröffnet das ordentliche Verfahren, das auch mit einer Einstellung enden kann. Ob ein Einspruch zweckmäßig ist, hängt vom Sachverhalt und den Beweisen ab. Bei einer Bestrafung können Verfahrenskosten anfallen; eine Einstellung oder Strafminderung lässt sich nicht zusagen.
    Welche Fristen gelten im Verwaltungsstrafverfahren?+
    Die allgemeine Einspruchsfrist gegen eine Strafverfügung beträgt zwei Wochen, die Beschwerdefrist gegen ein Straferkenntnis vier Wochen ab wirksamer Zustellung. Bei Hinterlegung ist grundsätzlich der erste Tag der Abholfrist maßgeblich; Abwesenheit und Zustellmängel können die Beurteilung ändern. Rechtsmittelbelehrung und Zustellnachweise sollten sofort geprüft werden.
    Kann ich mich selbst vertreten?+
    Im Verwaltungsstrafverfahren besteht keine Vertretungspflicht. Anwaltliche Vertretung ist vor allem dann zu überlegen, wenn ein Entzug der Lenkberechtigung, ein hoher Strafrahmen oder technisch komplexe Messfragen im Raum stehen. Die Kosten sind gegen die drohenden Folgen abzuwägen.
    Was kostet ein erfolgloses Beschwerdeverfahren?+
    Wird das Straferkenntnis bestätigt, ist ein Kostenbeitrag zum Beschwerdeverfahren zu leisten, der sich nach der verhängten Strafe bemisst; hinzu kommen die eigenen Vertretungskosten. Bei Einstellung entfallen die Verfahrenskostenbeiträge. Dieses Risiko bespreche ich vor Einbringung des Rechtsmittels.
    Kann ich eine Ratenzahlung der Verwaltungsstrafe beantragen?+
    Ein Antrag auf Zahlungserleichterung nach § 54b VStG ist möglich, wenn die sofortige Zahlung wirtschaftlich nicht zumutbar ist. Er ist bei der Behörde einzubringen und sollte die Einkommens- und Vermögenslage darlegen. Eine bewilligte Ratenzahlung verhindert die Vollstreckung, solange die Raten eingehalten werden.
    Muss ich den Namen des Lenkers auch dann nennen, wenn ich selbst gefahren bin?+
    Die Auskunftspflicht nach § 103 Abs 2 KFG besteht nach der Rechtsprechung auch dann, wenn die Auskunft zur eigenen Verfolgung führt. Die Strafdrohung für eine unrichtige oder unterlassene Auskunft ist häufig höher als jene für das Grunddelikt. Für die Beurteilung sind auch die Zustellung, die eingehaltene Frist und der Wortlaut der Anfrage wichtig.

    Persönlicher Kontakt

    Anfrage an die Kanzlei

    Je früher Ihre Unterlagen bei uns sind, desto mehr Wege bleiben offen. Viele Ansprüche sind an kurze Fristen gebunden. Schildern Sie deshalb kurz, worum es geht; bei einer laufenden Frist nennen Sie bitte auch das Zustellungsdatum. Umfang und Kosten einer Beratung werden mit Ihnen besprochen.

    Die Kontaktaufnahme allein begründet noch kein Mandat und wahrt keine Frist.

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